TP 2: Grund- und Tiefenwasser, Trinkwasser

In Abhängigkeit von den jeweiligen geologischen Verhältnissen enthalten alle Gesteine und Böden natürliche Radionuklide der Zerfallsreihen 238U, 235U und 232Th sowie das Radionuklid 40K. Durch komplexe Lösungs- und Transportvorgänge gelangen diese Radionuklide in unterschiedlichem Umfang in alle Grund- und Tiefenwässer und somit auch ins Trinkwasser. Die Aktivitätskonzentrationen variieren in weiten Grenzen von 10-3 Bq l-1 (Trinkwasser) bis zu 10+2 Bq l-1 (hydrothermale Fluide).

Künstliche Radionuklide können aufgrund der Begrenzungen der Ableitung radioaktiver Stoffe über das Abwasser aus kerntechnischen Anlagen nur im Störfall in nennenswerten Umfang in das Grundwasser gelangen und zur Strahlenexposition beitragen. Über den direkten oder indirekten Eintrag von Radionukliden ins Oberflächen- und ins Grundwasser ist auch eine Kontamination des Trinkwassers möglich und somit kann der Mensch direkt betroffen sein.

In fünf AP (2.1-2.5) geht es um den Nachweis natürlicher und künstlicher Radionuklide in Grund- und Trinkwassersystemen (AP 2.1), deren Freisetzung an Grenzschichten, Transport, Ausbreitung und Rückhaltung in Bezug auf bestimmte Verbreitungspfade, wie z.B. der Übergang von Gesteinsschichten in die Wasserphase (AP 2.3). In einem AP (AP 2.4) werden beispielsweise hydrogeochemische und mikrobielle Einflussfaktoren auf die Freisetzung von Radionukliden in Grund- und Tiefenwässern untersucht. Aber auch die Verknüpfung von Strahlenschutz mit dem konventionellen Umweltschutz ist Thema dieses Teilprojektes, ausgedrückt in Zustandsbewertungen von aquatischen Ökosystemen und der Beurteilung der Sensitivität von Trinkwasserreservoiren in Bezug auf den Eintrag von Radionukliden (AP 2.2). Alle Arbeiten dienen letztendlich der Gefahrenabwehr im Bezug auf die Strahlenexposition des Menschen und somit der Strahlenschutzvorsorge.


Arbeitspaket 2.1: Entwicklung eines Detektors zum empfindlichen Online-Nachweis von Radionukliden im (Trink-)Wassernetz

Dr. Bastian Breustedt
Christoph Wilhelm
Karlsruher Institut für Technologie, Institut für Nukleare Entsorgung

Arbeitspaket 2.2: Sensitivität von Trinkwasserreservoiren im Bezug auf den Eintrag von künstlichen Radionukliden

Dr. Stefan Bister
Dr. Beate Riebe
Leibniz-Universität Hannover, Institut für Radioökologie und Strahlenschutz

Arbeitspaket 2.3: Freisetzung von Radium an der Grenzfläche Gestein-Wasser

Dr. Matthias Köhler
Dr. Detlev Degering
Dr. Diana Walther
Verein für Kernverfahrenstechnik und Analytik Rossendorf e.V.

Arbeitspaket 2.4: Hydrogeochemischer und mikrobieller Einfluss auf den Transfer von Radionukliden im Grund- und Tiefenwasser

Prof. Dr. Georg Büchel
Friedrich-Schiller-Universität, Institut für Geowissenschaften
Prof. Dr. Erika Kothe
Friedrich-Schiller-Universität, Institut für Mikrobiologie

Arbeitspaket 2.5: Untersuchung und Bewertung des reaktiven Stofftransports von Radionukliden in heterogenen Grundwassersystemen

Prof. Dr. Piotr Maloszewski
PD Dr. Christine Stumpp
Dr. Franziska Rühle
Helmholtz Zentrum München, Institut für Grundwasserökologie
 

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