AP 2.2: Künstliche Radionuklide im Trinkwasser


Sensitivität von Trinkwasserreservoiren in Bezug auf den Eintrag von künstlichen Radionukliden

Dr. Stefan Bister, Dr. Beate Riebe

Leibniz-Universität Hannover, Institut für Radioökologie und Strahlenschutz, Herrenhäuser Straße 2, 30419 Hannover

Die Freisetzung von Radionukliden aus kerntechnischen Anlagen im Rahmen zulässiger Emissionen führt zu einer diffusen Belastung von großräumigen Reservoiren (Atmosphäre, Ozeane, Binnengewässer, Böden). Sie gelangen mit dem Niederschlag in die Oberflächengewässer, werden transportiert und infiltrieren das Grundwasser. Die Hauptquelle für anthropogene Radionuklide in Westeuropa sind die Wiederaufarbeitungsanlagen.

In diesem Arbeitspaket soll der Eintrag der Radionuklide 3H, 14C, 36Cl, 90Sr, 129I, 239Pu/240Pu ins Trinkwasser untersucht werden. Grundvoraussetzung für die Beurteilung der Relevanz der zu betrachtenden Radionuklide sind Kenntnisse über die dazugehörigen Stoffkreisläufe der jeweiligen chemischen Elemente im Zusammenspiel von Geosphäre, Atmosphäre, Hydrosphäre und Biosphäre, und die Einordnung der Radionuklide in diese Stoffkreisläufe (Stoffflüsse, Inventare, Austauschzeiten, Reaktionen).

In zwei verschiedenen Trinkwassergewinnungsgebieten (ungeschützter Grundwasserleiter - Fuhrberger Feld, nordwestlich von Hannover; Oberflächenwasser - Harztalsperren) soll Rohwasser von verschiedenen Stellen und aus unterschiedlichen Tiefen untersucht werden, weiterhin das Trinkwasser, die den Grundwasserleiter überdeckenden Böden und die Zuflüsse und Sedimente der Oberflächengewässer. Weiterhin ist eine Prüfung der Sensitivität von Trinkwasserreservoiren in Hinblick auf den Eintrag von größeren Mengen an künstlichen Radionukliden, wie er bei Reaktorunfällen vorkommt, vorgesehen sowie auch der daraus resultierenden Strahlenschutzaspekte und Wirkungsketten.